wie kam´s?

hab immer gern geschrieben. schulisch war ich einer der wackelkandidaten. rennrudern hat mir die jugend gerettet. heidi mir ein leben, später. und andere ein bischen. hihi. bei uns war mann bildungsstolz. journalistenschreibe hab ich gelernt etwas, geschichtsschreibe intensiv, bilanzschreibe das nötigste. sozial war mann auch und kritisch. mit 17 vor den kirchtüren gegen konsum. ab 18 in die wohngemeinschaften. kalles banjo, blues harp und gutes dope. romantik auf dem rheinischen vierkanthof. in den 70ern mit gegen akws am kaiserstuhl, in kalkar, brokdorf. dann mal nachtwachen fürs stollwerck. mit 30 ein beschäftigungsprojekt. und kunstaffin, jedenfalls. der guten form zugeneigt. eine generationlang mit bildern. geschäfts führer. ein eintrag in die vergolderrolle. und viel lob und preise. so stolz. und schliesslich dr. w.. auch er ein lebensretter. was ein glück. freiheit. so früh. gehen können. ich! wieder losgehen.
und alles auf null. trennung von lohnarbeit und freundin. kein bischen zweifel, dass losgehen jetzt hiess: in sachen öko unterwegs. und ökologisch: ein tretauto fand sich. das war 2012.
wochen, monate in siebenlinden, dem ökodorf. ein minimalistischer sehnsuchtsort, wo ich aber damals nicht bleiben wollte. und dann projekt auf projekt. eine alte lungenklinik (zauberberg), eine alte kaserne (detmold), ein altes bürgerhaus (witzenhausen). ein alter hof (altmark), ein renaissancehaus (gardelegen) undsoweiter. geplatzte träume. versuche. viel zu ambitioniert, zu klein, zu spiessig (ja, auch), zu früh. irgendwas war immer.

aber: h., eine neue liebe, hatte mich am weg gefunden. wir kauften einen betagten traumbus, machten ein solarpanel drauf und trödelten durch europa, erstmal auch von alten ökoprojekten gelenkt. sarakiniko auf ithaka, ein biohof in portugal, später einfach so. 40.000 km europa im gelben bulli. was ein fest. total unökologisch. und ungebunden.

pralle zeiten also. ein schönes paar und ein gutes team, auch. oioijaja.  und stilles sitzen einüben, ein bischen frieden, gehörte noch dazu. angeregt von gepflogenheiten in gemeinschaften und angeleitet von der gefährtin, kundig in  yoga und gelenkig im schneidersitz…

2017 dann. das jahr des zorns. im juli beim g20 gipfel mitten im getümmel. tränengas und wasserwerfer auf uns alte menschen(hihi)… beim welcome to hell empfang der masslosen, wildgewordenen staatsmacht.

 

zusammen mit den neuesten, schrecklichen zahlen zum massensterben der insekten reichte das. jetzt.
eine mischung aus wut, stillem sitzen aber auch kunstwillen muss es wohl gewesen sein, die wenigerpunkt ins leben brachte. erst schild, dann treck, dann schriften.

 

und jetzt wärs nicht verkehrt, wenn wenigerpunkt beine bekäme. mehr beine. mehr hände. mehr herzen. eure herzen.