baechleweg, beuggen, basel

weingegend. gemüsegegend. obstgegend. und nähe zu schweiz und frankreich, was die lage auf dem wohnungsmarkt dramatisch macht. auch in ballrechten.

und sicher die motivation stärkt, sich auf einen wohnhof, auf dem man nicht nur nebeneinander, sondern miteinander lebt einzulassen.

 

beim ersten blick von der rückseite dachte ich: “noch ein schöner wohnen”.  aber andreas opferte sehr spontan einen kostbaren famillienabend , um dem reingeschneiten landfahrer einblicke zu geben. herzlichen dank dafür! so erfuhr ich, dass  “ganz neu” eigentlich so nicht geplant war, sich aber das ursprüngliche gebäude als völlig instabil herausstellte, ganz niedergelegt werden musste. und also nicht bestandteil des neubaus werden konnte.

andreas führte mich durchs gebäude und ich war dann sehr überrascht von der grösse des gesamtkomplexes, ein grosser trakt im bereich der alten schankwirtschaft  für gemeinschaftsräume, veranstaltungsräume, ein sehr stimmungsvoller und grosser zentraler hof, den ich mir als die zukünftige mitte des geschehens vorstelle, professionelle werkstätten im keller und auch ein altes hohes gewölbe da unten, das bespielt werden möchte. noch ein gebäuderiegel, noch ein seitenhof. möglichkeit und anforderung. und überall sah ich anzeichen zielstrebigen treibens, ein eindruck, den andreas bestätigte. dass ungebrochen ein guter, solidarischer vorwärtsdrang bei den bewohnern und bewohnerinnen, den 18 familien und insgesamt etwa 30 menschen vorhanden ist.

und noch etwa ein ha land nach hinten hin. wo irgendwann sicher auch mehr gartenwirtschaft betrieben werden wird, vielleicht ja sogar ein gewisser teil selbstversorgung entsteht. irgendwann. bald. mir scheint, dass die leute vom wohnhof baechleweg einen guten sinn für eins nach dem anderen haben. klug das machbare bedenken, neben kindern und arbeit. ohne das ziel zu verlieren. und noch zeit haben für einen reingeschneiten. ihr habt mich sehr beeindruckt.

 

das heisse wetter verabschiedete sich mit gewaltigen gewittern und es regnete sich ein. man sagt ja heute immer dazu: für die natur isses gut.  ichselbst erwischte auf meiner fahrt nach rheinfelden eine wolkenlücke nach der anderen. mein ziel war die “kommunität” beuggen, wie sich christliche gemeinschaften gern nennen.

ich rangierte verbotswidrig in den schlosshof, bei der #12, dem kommunitätshaus, niemand, wohl schilder, man solle auf die privatsphäre der gemeinschaft rücksicht nehmen. ich tats, verzog mich mit dem gespann und verliess den grossen schlosshof um mich draussen vor der tür auf einem öffentlichen parkplatz niederzulassen.

mein platz hingegen eben draussen vor der tür. ich hatte einen schönen blick auf die pferdewiesen, viel ruhe, konnte im stetig fallenden regen beiträge vervollständigen, lesen und entspannen. und in regenpausen draussen vor der tür ungestört meine leibesübungen zelebrieren.

 

und doch gab es auch noch  die lücke, die vier kilometer  nach rheinfelden rüber zu flitzen, vorbei an endloser industrie, die der rheinnähe bedarf. aluminium, chemie, kraftwerke.

von der kommunität sprach mich am wagen niemand an. und im internet las ich, dass die kommunarden sich um geflüchtete kümmern aus ukraine und afghanistan und dass sie für sonntag abend zu einer friedensandacht luden. mit allem drum und dran waren wir dann 13. eine nette zeremonie mit gitarrenbegleitung, auch nicht zu lang. und ich gottloser bekam noch eine irgendwie passende fürbitte ab, die ich angemessen vortrug. man kannte sich jedenfalls offenbar untereinander gut und hatte ebenso offenbar kein interesse an einem hinzugetretenen. schliesslich sprach ich einen mann an, dessen gesicht mir aus dem internet bekannt schien. der auch keine fragen stellte, mir aber einen zugang zur küche machte, darob ich meinen wasservorrat vorm abflug ergänzen konnte. ich nehme mal an, sie haben mit wirklich bedürftigen genug zu tun.

und dann wieder ein familjäres zwischenspiel, zwilling und schwägerin hatten sich auf das wirkliche abenteuer eingelassen, sich für 49.- euro (hin und zurück) mit ihren vollbepackten rädern in die vollgestopften züge zu bugsieren, oje. dagegen ist treckerfahren spass. im ernst. but however.

 

nach guten tagen und wochen mit rohkost und müsli genoss ich dann auch mal die grossherzigen einladungen zu rotem thai curry, lasagne und kaffee und kuchen. und stärkte mich für ein dreiländer-weniger.

und sicher haben die kerzen im basler münster auch geholfen. für zwei fränkli pro lichtlein kann man ja schon was erwarten. aber vielleicht warens ja auch meine wie immer kostenfreien, dies getan haben… wer weiss das schon.

mmnnmn