moratorium. jetzt.

beunruhigt euch!
mit KI ist es genau so, als würdest du dein haus anstecken und sagen: das feuer, das wärmt so schön! damit es schön bleibt musst du´s schon einsperren…

also. es gibt da ein paar clevere jungs, die haben den planeten in brand gesetzt. dertage fiel mir ein interview mit jürgen schmidhuber und thomas metzinger aus chrismon 04/23 wieder in die hände. beziehungsweise aus einem buch, ich hatte es, fein gefaltet, als lesezeichen hergenommen. darin erklärte schmidhuber, dieser eitle „vater der KI“, bündig, es sei schon vor jahrzehnten gelungen, das prinzip lernen durch leid, das ja uns säugetiere antreibt, nichtbiologischer intelligenz zu implementieren. wegen der noch  bescheidenen rechner damals hätte dieser trick erstmal nicht viel gebracht, aber heute lehre deren tatsächlich millionenfach grössere leistung KI damit fliegen. und der mann sieht unsere zukunft mit milliarden untereinander wetteifernden KIs.

ich gebe gern zu, dass mir die einzelheiten von tiefem lernen, dass mir neuronale netzwerke und selbstadaptive algorithmen spanische dörfer geblieben sind (wieso eigentlich spanische?! aber wer da selbst scheitern möchte, dem rate ich zu kapitel 2 in tegmarks „leben 3.0“ , und da „was ist rechnen“ und gern auch „was ist lernen“. viel vergnügen.)
während ihr gearbeitet, geschlafen, fussball oder shakespeare geschaut habt, in eurem alltag aufgegangen seid, hat KI gebüffelt. gelernt. und, recursiv nennt man das, die eigenen lernprogramme optimiert. heute schreibt sie nach seriösen schätzungen 70-90% ihres codes selber. ende ´27, sagt dario amodei, könnten es einhundert sein. was das bedeuten könnte… hier.

ACHTUNG! dieses programm enthält szenen, die für junge und empfindsame zuschauer*innen nicht geeignet sind. hihi.

und noch eins, ein 2:22:19 langes video (sorry!), aber ein unbedingt nötiges. ein gespräch mit dem grossartigen tristan harris(center for humane technology), was neben vielen anderen wichtigen aspekten, auch aus persönlichem gespräch heraus, motive von tech- und staatslenkern beleuchtet, es auf einen möglichen untergang von homo sapiens ankommen zu lassen. besonders wichtig: ab 0:19; ab 0:30;

https://www.youtube.com/watch?v=BFU1OCkhBwo

vor diesem dramatischen hintergrund muss mein  wenigerpunkt jetzt den ersten dringlichkeitsplatz teilen. an seiner seite geht ab sofort und gleichberechtigt noch ein schild. moratorium und punkt.
noch wächst KI überwiegend im verborgenen. wird von den techherren einzig darauf getrimmt, ihre lernfähigkeit zu ultimativer lernfähigkeit zu schrauben. um einmal, bald, alles zu können, jede aufgabe zu lösen. und es fällt schwer, an eine derart durchgeknallte zukunft zu glauben. und als künder gerätst du schnell in querdenkerverdacht. bist mindestens spassbremse. in diese schublade stecke ich das unbehagliche schweigen, mit dem ich gern bedacht werde. alltag ruft. garten. enkel. autowaschen und yoga(hihi). und bei den jungen: onlineschuleuniarbeitparty. die ersten stunden mit schild zeigen: erstens weiss kein mensch, was m. überhaupt heisst. aber es gibt durchaus leute auf der strasse, dies wissen wollen. und zweitens ist dann da eine völlige fassungslosigkeit, dass mann diese coole sache kritisch sieht oder gar  bedrohlich findet. und wenn schon. ein junger sagt schulterzuckend: geht die menschheit halt unter…
naja. es ist jedenfalls auch euer junges boot, das untergeht. und KI geht nicht einfach so wieder weg.
nur wenn ihr alle auf die strassen geht und „moratorium. jetzt!“ oder sowas ruft. ändert sich alles. aber danach sieht es, auch aus der stunde nach dem ersten tag gesehen, wahrlich kein bischen aus.
wie sagt mein geistesfreund thomas metzinger: es gibt keinen grund zum optimismus.
ich sage: es gibt nichts zu erreichen. packen wirs an!

…und damit wir heute hier nicht in  trübsal enden, hintendran noch ein  stück  kifreie music at it´s best…

 

 

mnmnmnmnnnn