wenigerpunkt treckertour in den herbst 2026 hinein… woche zwo

mann fragt sich, was wird aus den alten gemeinschaften, wenn die gründer und gründerinnen in die jahre kommen? ich habe die antwort nicht und wahrscheinlich gibt es die eine auch nicht. jedenfalls wars für mich -ganz oberflächlich sicher- zu besichtigen bei der „ökologischen gemeinschaftssiedlung alte windkust“ in herzogenrath.

hinter bäumen und büschen verborgen ein riesenkomplex, genau genommen drei rundlingsbauten, die je 10 verschachtelt  ineinandergebaute häuser um einen innenhof versammeln. der erste komplex schon aus dem jahr 1988. wunderschöne anlagen, viel holzbau, paradies eben. und kein wunder, dass, wie im wirklichen leben, auch hier die alten im angestammten beharren, noch älter werden und sterben wollen. viele nicht noch einmal aufbrechen wollen. aber so kein platz wird für die wiederholung des alten, jungen wunders.
mal ganz von ober herab:
wenn die leute anfangen würden, gemeinsam zu fahren: gäbs kein verkehrsproblem mehr.
wenn die alten ihre einsamen hütten freimachen würden: gäbs kein wohnungsproblem mehr.
und es natürlich ein politik gäbe, die das machtvoll förderte.
und die leut endlich auf das überangebot schissen. an platz. und zeug.
das wär ein wunder.
und alle gemeinschaften, die sich in zusammenwohnen und öko undsoweiter engagieren sind natürlich wünderchen, völlig unbenommen. bravo!

andreas dilthey hat schon ende der 1970er jahre ganz in der nähe, in aachen vetschau, mit lehmbau begonnen, der archtekturstudent, eine damals noch nicht genehmigungsfähige bauweise, einen kunstgarten angelegt, auf naturmaterialien bestanden, auf reduktion, auf einkehr statt protz, gemeinschaft probiert.

leben in bauwägen, in pittoresken holzhäuschen, es gibt freilaufende hühner, ziegen und zwei erstaunlich mächtige esel. junge leute schaun nach dem rechten. es gibt neues an bauwerk zu besichtigen aber auch erstaunlich viel gammel. auf seiner website finde ich veranstaltungstermine von 2022. keine ahnung, ob sich hier überforderung zeigt oder ob ich einfach nicht genau genug hinschau.
aber so scheints dann zu sein. barbara berichtet noch von verdienstvoll grossem angebot auch in diesem jahr und Ipunkt findet den veranstaltungskalender für 2026. na also. wieder nur meine mäkeligkeit.

ohne grosse ereignisse. ein nachsaisonales prüm in das ich am abend runterstiefle, die alte abtei umrunde, die kleingeschrumpfte prüm bestaune, im einzigen thaiimbiss nicht mehr bedient werde und beim döner dann leckere fritten und einen sogenannten bauernsalat nehme. fleischlos natürlich und erträglich, irgendwie.

noch eine eher belanglose station, speicher. ich finde wieder einen für meine bedürfnisse idealen ort, ruhig und mit platz um mich. auch für meine allmorgenliche körperertüchtigung. schön.

schleiche mich hintenrum, über schweich und longuich an trier ran und finde, wie geträumt, in kasel an der ruwer, 8 kilometer vom trierzentrum wech eine feine stellung auf dem gemeindeplatz. gernbesucht von den anwohnern und gut beraten von treckerfahrenden landmännern. dank an frank!

leichte radfahrt in die stadt, ein gespräch am andern mit ziemlich entspannten leuten. und ein imbiss in der backstube und zurück noch an die mosel. die seele baumeln lassen oder wasimmer. hoher wasserstand  aber kein schiffsverkehr. der wasserstand stabil durch das staustufensystem und die französischen berge und keine schiffe noch wegen ebbe im rhein, wos mit der schiffahrt klemmt.

eine nachhaltige erschütterung der blick auf die ruwer, heuer auch kurz vor der mündung nur ein mickriges rinnsal. und die einheimischen sagen, das wär jetzt schon wieder deutlich üppiger geworden. na denn. was soll derfahrende da sagen. ausser eben wenigerpunkt.

der weinbauer scheint mit dem jahrgang zufrieden, sonnig jedenfalls, wenn auch eben weniger ertrag. was werden wird, wenn aber auch der nächste frühlich trocken bleibt…

bin in walhausen gelandet, wieder mal, nach drei jahren nochmal hier. einem ort mit einer richtig grossen waldorfschule und eben proWAL „wohnen-arbeiten-leben“, einer recht frischen öko gemeinschaft mit 2 ha garten und insgesamt 12 ha land mit wiesen und wald.

entspricht aber einfach der naturnahen lebensweise einer kiewer famielje, die dort untergekommen ist und mir freundlich mit 20l frischwasser hilft. die verständigung geschieht mittels handy, frau kiew spricht hinein und die textbotschaft antwortet (so KI verstanden hat). schreibt zum schluss: „deutschland zahlt alles hier ausser strom.“ nagut. ist mein wasser natürlich auch umsonst. auf staatskosten quasi.

der proWAL hof, wie sie hier sagen ist eigentlich nur ein guter grosser geräteschuppen, der auch einen alten bulldog beherbergt. von hier aus hat man einen fabelhaften blick über die gartenanlage in die täler, hab blöderweise einfach vergessen, ein foto zu schiessen. dafür dieshier.

öffne den riegel am gartentor und habe glück.  edda ist da. so viel glück nun auch wieder nicht, weil es sehr normal ist, dass sie da ist. sie ist schlicht die seele des gartens, ihr leben, das einer gelernten landwirtin und waldorflehrerin in pension hat sie ganz dem projekt und eben den gartenfrüchten geweiht. naja. macht den garten, mit laienhilfe am wochenend allein, es gibt noch einen minijobberlandwirt, der die gewächstunnel unter sich hat und einem menschen für die hühner.

ich kann diese pracht hier kaum glauben. tröpfchenwasserberieselung aus dem eigenen tiefbrunnen und diese blumenpracht. also…
leider hat die waldorfschule zuletzt doch einen rückzieher gemacht, als es darum ging, der proWAL ein grundstück für ein neues gemeinschaftswohnhaus zu überlassen. und, wie zu hören ist, ist bei  200 ansässigen schülern die beteiligung beim proWAL  gemüsekistenangebot geradezu minimalitisch. mann wundert sich.

bei den vielen orten, die ich im lauf der letzten jahre durchtreckert habe sind mir viele schon nicht mehr präsent. und so musste mich auch erst edda erinnern, dass ich schonmal da war. hatte damals aber auch den garten nicht gesehen und auch das stepahnsgasthaus war, wie ich dann erinnerte, eher noch baustelle.
ein wie es scheint schön geführtes projekt, wo es sicher spass macht, seine hilfe mal einzubringen. wenn schon waldorf wenig tut.

und dann weiter gen dudweiler. stehe jetzt die nacht, 7 radkilometer bis saarbrücken zentrum, an einem sehr ruhigen aber auch dunklen ort. und am freitag gehts dann hinunter, das hochamt feiern hihi, stehen mit dem schild.

mnmnmnmn