wenigerpunkt treckertour in den herbst 2026 hinein… woche sechs

und weiter heiter. dacht ich. naja. wenn mann an die seele überhaupt und an die seele im speziellen glauben wollte, also im deutz zum beispiel, könnte mann meinen, dass er beleidigt war. eine woche nicht beachtet, eine woche kein ausritt wir zwei.
als erstes springt er nicht an. gibt überhaupt keinen mucks. sonst kommt er immer sofort.

und, ehrlich, ich hatts nicht geglaubt, alles gut. die lämpchen glühen, der starter dreht sich. wir können fahren.
so zehn kilometer on the road dann. ein harter schlag, etwas poltert davon. die deckelklappe vom schalldämpfer hat sich verabschiedet, ist abgerissen, wiesoauchimmer.

hört sich banal an, ist es aber nur, solangs nicht regnet. muss ich mir also vor dem nächsten regen einen landmaschinenfritzen suchen, der einen hat. und wo wir dann schon bei den merkwürdigkeiten waren, war mir mit einem mal das gefühl beim gasgeben, ob per fuss oder mit der hand merkwürdig leicht. und weil meine erfahrung mit solchen, auch kaum merklichen veränderungen besagt, ihnen unbedingt aufmerksamkeit zu widmen, halte ich an und schau mal. mhm.

und sieheda. eine mutter hat sich davongemacht. und natürlich hab ich in meinem vorrat „allerlei“ auch den passenden ersatz.
ist nun aber durch das ganze getue spät geworden. trotzdem will ich zumindest paar kilometer wegkommen, landstuhl noch erreichen. allerdings in der dunkelheit und dunkelheit ist mit dem quasi lichtlosen alten landfahrzeug von übel. und so such ich mir dann den nächsten- üblen standplatz. hau mich einfach auf einen schmalen standstreifen an einer durchgangsstrasse.

eben mal so, mal so. und ich schlaf auch neben dauerverkehr.
und speyer im blick und durch die pfälzer wälder in die sonnige offenheit des rheintals. mit viel festtagsverkehr, wandergruppen, motorradgruppen, quadgruppen, cabriogruppen und jede menge einzelräder, einzelautos, einzelwanderer, die den herbstbesonnten gastwirtschaften zuströmen. ich hab mir wieder einen ort ausserhalb ausgesucht, 8km bis zentrum speyer, hanhofen, ein schmucker ort von elfhundertund. mit einer schmucken kirche. und ohne kaufladen, gasthaus, bäcker. ohne alles also. aber mit schmucken neuen familienhäusern richtung speyer. ich lande richtig.

und stürze mich am nächsten mittag frontal zutal, wie herbert g. sagen würde. keinerlei datennetz für mein navi, aber es geht einfach immer geradeaus ostwärts auf den speyrer dom zu. die hauptstrasse zwischen dom und wehrturm gestopft mit restos, cafes, bäckereien, die gastronomie meist in fünftischtiefe zur strassenmitte hin mit entspannten bürgern besetzt. prallvolle fülle also. ich bleibe aussenseiter, aussen vor an den rändern des turbulenten geschehens.

und noch ein langes gespräch mit matthias von der afd. sprechen, was sonst, wie solls anders gehn? und vor den dunklen wolken heimgeflogen. und im ort ein halt am sankt martins kirchlein. drinnen ein durchdringender zwiebelgeruch, kein weihrauch. und erklärt sich aus dem frischen erntedankaltärchen, das die christen mit früchten unbekannter provenienz bestückt haben, die bananen, nach den sehr präsenten aufklebern zu urteilen, stammen jedenfalls nicht aus örtlichbäuerlichem anbau. und lass mir noch, wie in allen kirchen, die ich besuche, noch ein paar kerzlein schenken. denn nur geschenkt entfaltet das kerzenanzünden seine volle kraft. und ich würde sagen, ich bin ein glückliches besispiel dafür, dasses funktioniert!

nmnmnmmnn